Die SWH Städtische Wirtschaftsbetriebe Hoyerswerda GmbH hat zusammen mit der Lausitzhalle wichtige Weichen für ein angepasstes Sanierungsvorgehen gestellt. Grundlage sind die Beschlüsse aus der gemeinsamen Aufsichtsratssitzung am 9. März 2026 sowie die Planungsfortschritte der vergangenen Monate. Ziel bleibt die energetische Modernisierung der Lausitzhalle unter realistischen finanziellen und förderrechtlichen Bedingungen.
Im Mittelpunkt steht ein inhaltlich und strukturell verändertes Sanierungskonzept. Ziele sind: die Absicherung des Kosten- und Zeitrahmens, eine Teilöffnung der Halle während der Sanierungsabreiten und die Verbesserung der Attraktivität. Nun liegen die Ergebnisse vor.
Rückblick
2021 wurde die Sanierung der Lausitzhalle mit einem Kostenrahmen von 20 Mio. € beziffert. Die Fertigstellung war für Ende 2026 geplant. Für das Vorhaben wurden Fördermittel in Höhe von über 18 Mio. Euro bereitgestellt. Sowohl der Zeit- als auch der Kostenplan sind nicht mehr zu halten. Dazu folgende Hintergründe:
Im August 2025 wurde eine fortgeschriebene Kostenprognose vorgelegt, in der sich die Baukosten um 30 % auf über 27 Mio. € erhöht hatten. Grund dafür sind gestiegene Material- und Baupreise durch den Bauverzug. Die Sanierung hätte Ende 2026 abgeschlossen und die Fördermittel abgerufen sein müssen. Eine Erhöhung der Fördermittel ist nicht möglich.
Aufgrund des Bauverzuges und der erhöhten Baukosten können Teile der Planungen nicht weiter genutzt werden. Ein mittlerer sechsstelliger Betrag ist abzuschreiben. Die Mehrkosten von insgesamt über 7 Mio. Euro überschreiten das Budget der Städtische Wirtschaftsbetriebe Hoyerswerda GmbH (SWH) deutlich. Der Aufsichtsrat der SWH beschloss daher am 10.11.2025 das europaweite Vergabeverfahren für die Planungsleistungen aufzuheben.
Sanierungskonzept
Zunächst wurde die Übertragung der Fördermittel mit einem Realisierungszeitraum bis 31.12.2030 bei der SAB beantragt. Dem hat die SAB zugestimmt.
„Die SWH dankt allen Mitwirkenden, welche die Übertragung der Fördermittel in die 2. Förderperiode ermöglicht haben. Die energetische Sanierung der Lausitzhalle ist damit innerhalb der nächsten Jahre möglich“ so Wolf-Thomas Hendrich, Geschäftsführer der SWH.
Zur Kostenreduzierung wurden die einzelnen Bauleistungen geprüft: Was ist technisch notwendig, was ist förderfähig, was ist entbehrlich. In einem weiteren Schritt wurden die Leistungen in fünf abgeschlossene Baubschnitte eingeteilt. Dadurch ist es möglich, die Bauabschnitte nacheinander zu realisieren und die Kosten besser im Griff zu behalten.
„Mit dem neuen Sanierungskonzept schaffen wir die Grundlage, das Projekt erfolgreich und wirtschaftlich tragfähig neu auszurichten. Wir halten an der energetischen Sanierung der Lausitzhalle fest – aber Schritt für Schritt, Bauabschnitt für Bauabschnitt – verglichen mit den Kosten- und Zeitbudgets für jeden einzelnen Bauabschnitt. Sind wir in den Budgets gehen wir den nächsten Bauabschnitt. Überschreiten wir die Budgets, wird das beauftragt was finanzierbar ist“, erklärt Wolf-Thomas Hendrich weiter.
Auch Mirko Pink, Bürgermeister der Stadt Hoyerswerda, betont die Bedeutung der jetzt getroffenen Entscheidung: „Die Lausitzhalle ist das Veranstaltungszentrum unserer Region. Die gefundene Lösung gibt allen Beteiligten Planungssicherheit und schafft die Voraussetzung, die Modernisierung verantwortungsvoll Schritt für Schritt umzusetzen.“
Die geplante Umsetzung soll in fünf Bauabschnitten erfolgen. Die Maßnahmen werden in klar definierte Arbeitspakete mit festen Kostenobergrenzen gegliedert. Parallel dazu erfolgt eine erneute Validierung der bisherigen Kostenannahmen sowie die Suche nach Einsparpotenzialen.
Um den Kulturbetrieb möglichst aufrechtzuerhalten, wird geprüft, inwieweit eine Teilöffnung der Lausitzhalle während der Bauphase möglich ist. Eine vollständige Schließung soll nach Möglichkeit vermieden werden. Als gesicherte Ausweichspielstätte steht weiterhin das Vis-à-Vis zur Verfügung.
Seit Mitte Januar 2026 übernimmt Roman Frost als Projektmanager für die Strukturwandelprojekte der SWH die operative Koordination des Vorhabens. Er verantwortet die Abstimmungen mit den Förderstellen, die Vorbereitung der neuen Bauablaufplanung sowie Realisierung der Sanierung.
Geplanter Start der Ausschreibung und der Vergabeverfahren ist noch für 2026 geplant, sodass die Durchführung erster Baumaßnahmen voraussichtlich im ersten Quartal 2027 starten könnten.
Was bereits jetzt schon aktiv in der Lausitzhalle genutzt wird, ist ein neues Inspektionspult. „Die noch sehr gut funktionierende, aber eigentlich schon museumsreife Bühnentechnik aus dem Jahr 1984 wurde bereits durch ein modernes Inspektionspult ersetzt. Von dem sogenannte I-pult aus steuert der Aufführungsleiter während der Veranstaltung die gesamte Technik“, erklärt Dirk Rolka, Geschäftsführer der Lausitzhalle.
Frischer Auftritt für die Lausitzhalle
Ein frischer Außenauftritt der Lausitzhalle wird künftig für mehr Besucher und Gäste werben. Neben einer optischen Aufwertung sollen künftig bis zu zwei gastronomischen Einrichtungen in der Lausitzhalle zusätzliche Gäste zum Genießen und Verweilen auch außerhalb von Veranstaltungen einladen. Dazu sind separate Zugänge errichtet und eine Terrasse mit Sitzplätzen zum Lausitzer Platz geplant. Auch der gastronomische Service während der Veranstaltungen soll mit einer „Rundbar“ neuer Anziehungspunkt werden. Insgesamt stellt die SWH für die Erhöhung der Attraktivität der Lausitzhalle bis zu 750 T€ zur Verfügung. Die Investitionen sollen innerhalb der nächsten zehn Jahre durch die Lausitzhalle refinanziert werden.
Die Lausitzhalle bleibt der zentrale kulturelle Ort für Hoyerswerda und die Region. Mit dem neuen Konzept wird der Weg für eine zukunftsfähige Sanierung geebnet.
Ansprechpartner:
Bauherr
Wolf-Thomas Hendrich
Geschäftsführer SWH Städtische Wirtschaftsbetriebe GmbH
und Versorgungsbetriebe Hoyerswerda GmbH
Telefon: 03571 469 100
E-Mail: sekretariat@swh-hy.de
Betreiber
Dirk Rolka
Geschäftsführer Lausitzhalle Hoyerswerda GmbH
Telefon: 03571 904 106
E-Mail: kontakt@lausitzhalle.de
Projektmanager
Roman Frost
Telefon: 03571 469 936
E-Maik: Roman.Frost@swh-hy.de